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Gepostet von Celine Brand am 04.12.19 10:42
Celine Brand

Das nächste spannende Unternehmen in unserer Reihe "Digitale Tools" ist Inpera. Das Team rund um Kilian Winnen, Arne Viebrock, Jannes Viebrock, Richard Liehmann und Johannes Lensges digitalisiert den Ausschreibungs- und Angebotsprozess der Baubranche durch Transparenz und einfache sowie automatisierte Prozesse.

Bildschirmfoto 2019-12-02 um 13.32.55Die Inpera Cloud unterstützt und optimiert den gesamten Beschaffungsprozess im Bau. Quelle: Inpera

 

Welches Problem löst Inpera?

Zu den bekanntesten Branchenproblemen im Bau gehört der hohe manuelle Aufwand im Angebotsvergleich und die damit verbundene Fehleranfälligkeit. Diese geht Inpera gezielt an und reduziert sie auf ein Minimum.

Das Tool vereinfacht es, alternative Systemlösungen in der Angebotsphase in Betracht zu ziehen. Auch Nachverhandlungen von Nachträgen werden durch die Inpera Cloud erleichtert. Zudem gestaltet das Unternehmen den gesamten Beschaffungsprozess von Werks- und Materialleistungen effizienter. So wird sowohl die reine Materialbeschaffung als auch die Verhandlung um Material samt Verarbeitung schneller und übersichtlicher.

Inpera bedient den gesamtheitlichen Prozess von der Ausschreibung bis zur Beschaffung. Dabei richtet sich das Unternehmen an die folgenden Anwender in den jeweiligen Bauphasen:

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Inpera unterstützt unterschiedliche Zielgruppen von der Ausschreibungs- bis zur Ausführungsphase. Quelle: Plan.One

 

Wie funktioniert die Inpera Cloud?

Inpera vereinfacht den Ausschreibungs- und Beschaffungsprozess der Baubranche durch die digitale Weiterverarbeitung und Standardisierung von Ausschreibungen und Materialanfragen. So ermöglicht das Unternehmen einen automatisierten Angebots- und Preisvergleich. Manuelle Tätigkeiten und Medienbrüche in der Übertragungskette von Informationen gehören somit der Vergangenheit an. Der Clou: Das Tool gleicht die Leistungsverzeichnisse der Planer mit den Stücklisten der Hersteller ab und erstellt so Warenkörbe für die automatisierte Bestellung auf der Baustelle. Die Übereinstimmungen von Leistungsverzeichnissen und Stücklisten liefern ein hohes Maß an Vergleichbarkeit und ermöglichen die Platzierung von alternativen Systemlösungen innerhalb der Angebotsphase. 

 

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Hier die Projektübersicht beispielhaft am Seniorenzentrum Karlskron. Quelle: Inpera

 

Bei der Erstellung einer Bodenplatte werden beispielsweise fest definierte Komponenten wie Stahl, Beton oder Dämmung benötigt. Nach Ausschreibung der Betonplatte durch den Planer sammelt das Tool automatisch in Frage kommende Angebote in einem für das Projekt spezifischen Warenkorb. Aus diesem Warenkorb heraus erfolgt anschließend die Bestellung des favorisierten Angebots.

Durch die Bündelung von Beschaffungskanälen, die Automatisierung von Informationsflüssen, die Vereinheitlichung von Schnittstellen, die Standardisierung von Prozessen und die Bereitstellung von qualitativen Stammdaten definiert Inpera Bauabläufe neu. Die Online-Registrierung ist kostenlos und ermöglicht somit eine schnelle Vernetzung aller Beteiligten eines Bauprojektes.

 

Das erklärte Ziel: Der optimierte Beschaffungsprozess 

Inpera bezeichnet sich selbst als stolzes Mitglied der Baubranche und kann und will die hinteren Plätze in der Produktivität und dem Digitalisierungsgrad im europäischen Branchenvergleich nicht akzeptieren. Deshalb hat sich das Unternehmen das Ziel gesetzt, eine Plattform zu entwickeln, die dabei hilft, den Beschaffungsprozess im Bau zu optimieren. Denn hier ist viel zu tun. 

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Das Dashboard der Inpera Cloud bietet einen Überblick über die aktuellen Vorgänge. Quelle: Inpera

Aktuell arbeiten die ausführenden Fachunternehmer an ihrer Kapazitätsgrenze, sodass Aufträge nicht selten abgesagt werden müssen. Zeitgleich hat sich die Produktivität im Vergleich zu anderen Branchen in den letzten zehn Jahren unterdurchschnittlich entwickelt. Kein Wunder: Nahezu jedes Bauvorhaben resultiert in der Erstellung eines Prototypen. Zudem mündet die starke Fragmentierung des Marktes in einer Vielzahl von Marktteilnehmern, die sich mithilfe handschriftlicher Dokumente austauschen. So kommt es, dass Handwerksunternehmen, Hersteller und Fachhändler ihre unterschiedlichen digitalen Tools mithilfe manueller Eingaben füttern und dabei Fehler riskieren und wertvolle Zeit für weitere Aufträge verlieren. 

Inpera ist der Überzeugung, dass die aktuell am Markt verfügbaren, überwiegend vertikalen Lösungsansätze lediglich einzelne Prozessschritte oder Geschäftsmodelle optimieren. Sie seien aber nicht ausreichend, um das grundlegende Produktivitätsproblem der gesamten Branche zu lösen. Sich selbst sieht Inpera zukünftig als führenden europäischen Anbieter in der Ausschreibung und Beschaffung von Werksleistungen und Materialien. 

Inpera Inpera vernetzt alle beteiligten Unternehmen eines Bauprojektes miteinander, um effizienter zusammenzuarbeiten. Quelle: Inpera

 

Inperas Blick in die Glaskugel: Die Zukunft der Bauindustrie

Bezahlbarer Wohnraum in den Ballungszentren, flexibles Wohnen, Klimaschutz, Smart Living und die Modernisierung der Bestandsimmobilien sind Themen, die die Baubranche laut Inpera in den kommenden Jahren beschäftigen werden. Der Fachkräftemangel wird weiterhin ein Problem darstellen, serielles Bauen die Effizienz im Neubau steigern. 

Die Plattform selbst verfolgt die Vision, die Effizienz und die Produktivität der Bauwirtschaft nachhaltig zu steigern. Dabei will sich Inpera mit Anbietern anderer Lösungen, die außerhalb ihres Kerngeschäftes liegen, vernetzen. Somit soll der Aufwand im Ausschreibungs-, Angebots-, Beschaffungs- und Abwicklungsprozess auf ein Minimum reduziert werden. 

Das Team rund um Kilian Winnen, Arne Viebrock, Jannes Viebrock, Richard Liehmann und Johannes Lensges digitalisiert den Ausschreibungs- und Angebotsprozess der Baubranche von Inpera. Quelle: Inpera

 

#digitalisierteuch - Tipps von Inpera

Von welcher Branche kann die Baubranche lernen? 

Vielleicht sollte man die Frage anders stellen: Von WAS kann die Baubranche lernen? Keine Branche hat sich in der Vergangenheit aus sich selbst heraus revolutioniert. Es waren immer Branchenfremde gemeinsam mit Innovatoren aus der Branche, die Revolutionen vorangetrieben haben. Dabei war weniger entscheidend was die Branche möchte, sondern der Kunde und dessen Zufriedenheit standen im Mittelpunkt. Daraus sollten wir lernen. Sprich, wir sollten vermeiden, einzelne Geschäftsmodelle der Baubranche zu optimieren, sondern dass lernen, den Gesamtprozess zu betrachten und in unseren Überlegungen die Auswirkungen auf die anderen Prozessbeteiligten zu berücksichtigen.

 

Wo seht ihr den größten Nachholbedarf für die Baubranche?

Für die Baubranche gibt es in einigen Bereichen noch Nachholbedarf. Dazu zählen unter anderem die elektronische Datenerfassung, der Einsatz digitaler Technologien, die digitale Netzwerkarbeit und der mobile Datenzugriff.

 

Welches Zitat möchtet ihr der Baubranche mit auf den Weg geben?

"Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu belassen und zu hoffen, dass sich etwas ändert."

- Albert Einstein aka. Inpera

 

Topics: Digitale Tools

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Der Plan.One Blog bietet allen am Bau Beteiligten wertvolle Einblicke und Inspirationen rund um die Transformation der Bauindustrie. Wir suchen Antworten auf die Fragen "Wie bauen wir in Zukunft?" und "Was können wir zum Thema Digitalisierung von anderen Branchen lernen?".

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